© enterlinedesign/Shutterstock.com
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Gastfamilien

Gastfamilien sind ein wichtiger Bestandteil von internationalem Jugendaustausch. Ob Schulaustausch, Freiwilligeneinsatz oder Sprachaufenthalt, die Gastfamilien ermöglichen in verschiedenen Austauschformen die wichtige soziale Integration der Jugendlichen. Sie geben den Jugendlichen einen einzigartigen Einblick in ihren Alltag und ihre Kultur und schliessen mit ihren „Schützlingen“ oftmals Freundschaften fürs Leben. Doch nicht nur die Jugendlichen profitieren von dieser Situation, sondern auch die Gastfamilien selber. Durch den intensiven Kontakt mit einem Gastkind aus einer anderen Kultur werden interkulturelle Kompetenzen gefördert.


Gastfamilie sein
Gastfamilien bieten eine Brücke zur Gesellschaft im Gastland und leisten somit einen wichtigen Beitrag zur sozialen Integration der Jugendlichen. Um Gastfamilie zu sein, braucht es weder gleichaltrige Kinder, noch ein freies Zimmer oder sonstigen Komfort. Als Gastfamilie wird ein Haushalt verstanden, der Jugendliche während der Zeit ihres Austauschs beherbergt. Ein freies Bett und ein offenes Herz genügen, und sind Grundvoraussetzung für die Aufnahme eines Gastkindes. Im Sinne des gemeinnützigen Vereinsstatus nehmen die Intermundo-Gastfamilien die Jugendlichen unentgeltlich auf. Das heisst, die Gastfamilien kommen für die Unterkunft und Verpflegung der Jugendlichen auf. Ihre Motivation für die Aufnahme eines Gastkindes ist Gastfreundschaft, Offenheit und das Interesse an anderen Kulturen.


Die Jugendlichen leben hier als vollwertige Familienmitglieder, mit allen Rechten und Pflichten. Es wird von der Gastfamilie nicht erwartet, dass sie „Touristenführer“ spielt. Auch Fremdsprachen braucht eine Gastfamilien nicht zu beherrschen, lediglich am Anfang muss sie vielleicht auf Hochdeutsch oder auf Zeichensprache umstellen. Wichtig ist, dass eine Familie offen ist, über eine gute Portion Humor und Geduld verfügt sowie Freude am Umgang mit Jugendlichen hat.


Dauer des Aufenthalts und Unterstützung der Austauschorganisation
Gastfamilienaufenthalte sind von unterschiedlicher Dauer und hängen von den Programmarten und der Philosophie der Austauschorganisation zusammen. Intermundo Mitgliedorganisationen suchen Gastfamilien für Kinder, Jugendliche und für junge Erwachsene. Manche machen einen Sprachkurs, andere besuchen eine Schule, leisten einen Freiwilligeneinsatz oder absolvieren ein Berufspraktikum oder Lernenden-Austausch.

Bei einem Schulaustausch kann das Gastkind drei Monate, ein halbes oder ein ganzes Jahr bei einer Gastfamilie bleiben. Bei Freiwilligeneinsätzen, Sprachaufenthalten und Camps können sich die Jugendlichen von wenigen Wochen bis zu einem Jahr in der lokalen Familie integrieren. Au-pair-Gastfamilien sind zugleich Gastfamilie und Arbeitgeber. Sie nehmen Jugendliche ab sechs Monaten bis zu einem Jahr auf, damit in der Kinderbetreuung ein Beziehungsaufbau stattfinden kann.
Selbstverständlich werden die Gastfamilien und -kinder vor und falls nötig während des Austauschs von freiwilligen MitarbeiterInnen der Organisation betreut und unterstützt.


Wirkung
Ein Auslandsaufenthalt während der Jugendzeit ist ein einzigartiges Erlebnis im Leben eines heranwachsenden Menschen und als Gastfamilie trägt man ohne Zweifel zum Erfolg des Austauschs bei. Doch nicht minder tiefgreifend kann das Erlebnis sein, einen jungen Menschen in die eigene Familie aufzunehmen und für eine längere Zeit in das tägliche Leben zu integrieren.
 

  • Was die Gastfamilie dem Gastkind ermöglicht
    Gastfamilien werden zu Recht als Brücke zwischen der Gesellschaft des Gastlandes und dem ausländischen Jugendlichen bezeichnet. Sie erleichtern den Jugendlichen die soziale Integration während eines Austauschs, indem sie die jungen Leute in ihr alltägliches Leben integrieren und ihnen bei allen Belangen unterstützend und erklärend zur Seite stehen. Eine gute Einbettung in der fremden Kultur wirkt sich wiederum auf verschiedene Kompetenzen der Austauschjugendlichen aus: sie erhöht das Selbstwertgefühl, fördert die persönliche Entwicklung und steigert die Kreativität und die emotionale Stabilität. Je intensiver das Eintauchen in die fremde Kultur, desto stärker ist der Zugewinn in diesen Kompetenzen.

  • Was das Gastkind der Gastfamilie ermöglicht
    Das eigene Heim für eine längere Zeit einem fremden Jugendlichen zu öffnen, ist auch für Gastfamilien eine grosse Chance. Durch den intensiven und langen Kontakt mit Jugendlichen aus einer anderen Kultur gewinnt die Familie an interkultureller Sensitivität. Zudem zeigt die Forschung, dass Gastfamilien Vorurteile und Stereotypen abbauen und zunehmend einen sensibleren und konfliktfreieren Umgang mit Menschen aus verschiedenen Kulturen pflegen.
     

Weitere Informationen zu den Wirkungen von Jugendaustausch finden Sie bei Interesse in der Intermundo-Publikation Wirkungskompendium Jugendaustausch. Diese Publikation gibt eine aktuelle Übersicht wissenschaftlicher Forschungsergebnisse zur Wirkung von interkulturellem Austausch gibt.


Wie wird man Gastfamilie?
Als ersten Schritt wählen Sie eine Austauschorganisation aus, die zu Ihnen passt. Die meisten Organisationen haben auf ihren Webseiten Informationsmaterial zu ihrer Gastfamilien-Philosophie.
Hier finden Sie eine Auflistung aller zertifizierten Organisationen, die Intermundo angehören.
In einem zweiten Schritt kontaktieren Sie direkt die Organisation/en. Sie geben Ihnen gerne detailliert und unverbindlich weitere Auskunft zum Thema Gastfamilie werden.